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Marokko, Meknes, 5. April 2008
Von der marokkanischen Erde schicke ich herzliche Grüße. Schon seit sechs Jahren versuche ich hier die bestehenden Barrieren zu überwinden und etwas Vertrauen der Moslems zu gewinnen. Begegnungen sind eine Möglichkeit zum Bezwingen vojn Vorurteilen und Grenzen.
1.In unserem St. Antoniuszentrum unterstützen wir junge Frauen und Männern auf ihrer Suche nach dem Sinn des Lebens, nach innerer Formation und auf der Suche nach der richtigen Berufsausbildung. Das ist nicht leicht in der perspektivlosen Gesellschaft, in der wir hier leben. Gemeinsam mit den 30 moslimischen Lernenden sind wir auf Dauersuche. "La vie est belle" (das Leben ist schön) sagt ein französischer Poet, aber es ist schwierig die Schönheit zu finden. In diesem Jahr haben 4 unserer Ehrenamtlichen Arbeit gefunden, zwei haben Familien gegründet und drei haben sich nach Europa aufgemacht, um dort einen Platz für sich zu finden.
2.Dialog auf der Ebene des menschlichen Lebens bringt Früchte, wenn wir uns gemeinsam in den Dienst der Bedürftigen stellen. Auf der religiösen Ebene ist es viel schwieriger sich zu treffen. Für viele ist es ein sehr persönlicher Bereich, in den sie nur ganz wenige herein lassen. Persönlich versuche ich den anderen mit Liebe zu begegnen und sie so anzunehmen wie sie sind. ICH MÖCHTE NICHT BEWERTEN. ES IST MIR NICHT GEGEBEN ÜBER DIE SITUATION ZU URTEILEN. NUR DIE LIEBE HAT DAS LETZTE WORT...
3."Beschleunigen wir unsere Liebe - die Menschen gehen so schnell" - ich beeile mich in der Liebe zu denen, die sich nur auf sich verlassen können. Vor allem denke ich hier an die Gefangenen. Ich besuche sie oft und täglich begegne ich ihnen in meinen Gebeten. Das bereite mir Probleme von vielen Seiten. Geduld und Liebe bringen langsam Früchte. Zbyszek ist freigelassen worden. Jetzt versuchen wir alles, um Andreas zu helfen. Vor zwei Wochen ist er Vater eines Mädchens geworden. Ich hoffe, dass er bis Juni nach Polen zurückkehren kann. Der Mensch muss für seine Fehler bezahlen und jeden Tag lernt er aufs Neue.
4.Marokko entwickelt sich langsam. Aber auch das lässt hoffen. Seit einigen Jahren gilt das neue Familienrecht, in dem die Frau fast dem Mann gleichgestellt ist. Sie darf alleine den Mann wählen, muss bei der Hochzeit mindestens 18 Jahre alt sein, hat ein Recht auf die Kinder und darf die Scheidung einreichen.
5.Seit einem Monat bin ich auch in dem Projekt ZNIBER tätig. Hier werden Kinder mit Behinderungen betreut. Sie haben in Marokko keine Lobby. Meistens werden sie von den Eltern verstoßen und der Staat hat auch kein Interesse an ihnen. Ich bin da, höre zu und versuche zu helfen, wo es nur geht.
Die Missionsarbeit in den moslemischen Ländern ist nach wie vor schwierig. Die Ergebnisse der Arbeit lasen oft sehr lange auf sich warten und die Versuchung alles aufzugeben ist allgegenwärtig.
Ich bin, in dem schönen Marokko im Herzen des Islams, oft Zeuge der Auferstandenen Liebe. ES LOHNT SICH LIEBEND ZU LEBEN ...
Simeon Stachera OFM


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