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Liebe Missionsfreunde!
Schnell vergeht die Zeit. Die wichtigsten christlichen Feiertage - die Auferstehung Christ - stehen uns bevor.
Zur dieser Gelegenheit möchte ich Euch einige Aspekte aus dem Vikariatsleben darstellen. Vor allem möchte ich die Pastoralsynode, die vom 27.02. bis zum 29.02. stattgefunden hat, erwähnen. Teilgenommen haben 90 Delegierte. Versammelt in der Gemeinschaft, haben wir die Zusammengehörigkeit in der Verwirklichung der Berufung zur Arbeit im Weinberg Gottes, den unsere lokale Kirche bildet, erfahren. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Bande zwischen den Priestern, Ordensleuten und den Laien, die in der Pastoralen engagiert sind, verfestigt haben.
"Durch das tiefe Erfahren von Christus, versucht die Lokalkirche als eine verantwortungsvolle und missionierende Gemeinschaft der Einheit und Solidarität, die die Prozesse der Evangelisierung, Menschenförderung und der Pastoralen realisiert, zu gestalten" - so heißt der Pastoralplan an dem wir gegenwärtig arbeiten. Unsere Synode hat mich an die Rückkehr der Jünger aus dem Lukasevangelium (LK 10,17), die mit Freude über die Erfahrungen erzählt haben, erinnert.
Unseren Dienst in der Lokalkirche haben wir auch unter dem Aspekt der Dokumente der V CELAM betrachtet.
Leider habe ich nicht nur Erfreuliches zu berichten. Auch in diesem Jahr haben wir in Bolivien viele Überschwemmungen. Im unserem Vikariat hat am meisten die Gemeinde El Carmen gelitten. Die Bewohner fünf Dörfer mussten evakuiert werden. Fast 2000 Menschen leben in einem Zeltlager in Los Troncos. Die Betroffenen werden von der Diözesan Caritas, von den Theresianerinnen, vom Pastor der Gemeinde - Pater Felix Skrzydlo und vom Krankenhausdirektor aus El Fortin - Bruder Felix Skrzypacz, betreut. Durch deren Wirkung spürt man die Anwesenheit des barmherzigen Gottes, der seine Herde tröstet, ihr Hoffnung gibt und neue Wege aufzeigt. Von einer der dort arbeitenden Schwester habe ich vor kurzem einen ergreifenden Brief bekommen. Ich möchte ein Teil zitieren: "… ein Arzt rief mich an und berichtete, dass eine schwangere Frau im Überschwemmungsgebiet unter Blutungen leidet und vorzeitige Wehen hat. Gemeinsam haben wir uns im Jeep auf den Weg gemacht, um diese Frau zu finden. Problemlos ist es uns gelungen ein Nebenbett des Flusses zu überqueren. Leider haben wir diese Frau nicht in ihrem Haus vorgefunden. Wie wir erfahren konnten, hat sie sich in ihrer Not auf den Weg zur nächsten, ca 22 km entfernten, Ortschaft zu Fuß aufgemacht. Da es unmöglich war mit dem Auto weiter zu fahren, habe ich mir eine Stütze gesucht und marschierte los, um diese Frau zu finden. Nur mit Mühe konnte ich gehen, ich wankte dauernd und fiel oft hin. Ich fühlte mich wie Maria auf dem Weg nach Bethlehem, dachte über den Wert des Lebens nach und fragte mich in welcher Gefahr die von mir gesuchte Frau war. Nachdem ich einen beträchtlichen Teil des Weges gegangen bin, habe ich sie gesehen - mein Herz schlug schneller. Seit fünf Stunden war sich schon unterwegs. Während der Rückfahrt verharrten wir Alle in Stille. Sie war gerettet.“"
Liebe Schwestern und Brüder!
Situationen, in denen Gefahr, Leid, Liebe und Zuneigung aufeinander treffen, erleben wir in der Realität unseres Lebens oft. Hier kann man die Gegenwart Gottes erkennen.
Liebe Wohltäter und Freunde, diesen Brief möchte ich mit Worten, die ich auch an die Glieder unserer Diözese gerichtet habe, beenden. In Bolivien und vielen anderen Teilen der Welt dauern die Kämpfe um Macht und Reichtum, bei denen oft die Grundrechte der Menschen vergessen werden, an. Hier sind wir Christen gefordert, das Gute auf der Welt auszusäen. Dadurch sollen wir unsere Demut, Solidarität, Opferbereitschaft, Verachtung für Lügen und das Böse demonstrieren und so die Welt durch Wahrheit und Gerechtigkeit verändern. Die Welt braucht heute Christen, die sich dessen bewusst sind, dass die Kirche nicht durch Proselytismus oder durch das sich buchstäbliches Halten am Recht, sondern durch Liebe und Hingabe im Dienst für Andere aufblühen kann.
Meine Lieben, am Ostersonntag sagt Gott durch den Engel nicht nur zu den Frauen: "Fürchtet euch nicht" (Mt 28,5) und "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?" (Lk 24,5). Und so mögen uns die Zeichen des aufgestandenen Christus Kraft und Mut für das Verkünden des Evangeliums geben.
Zum Schluss möchte ich Euch für die Solidarität mit uns und die vielen Zeichen des Glaubens, der uns verbindet, danken. Danke für die Gebete und die Barmherzigkeit, die sich in den materiellen Zuwendungen spiegelt. Sie erlauben uns Projekte in
unterschiedlichen Bereichen (Pastoral, Evangelisierung, Hilfen für Bedürftige, Ausbildung von Jugendlichen, soziale Einrichtungen u.s.w.) weiter zu führen und Neue ins Leben zu rufen.
Liebe Freunde und Mitarbeiter, ich wünsche Euch, dass Ihr die Kar- und Ostertage intensiv und fruchtbringend verlebt.
Vom Herzen segne ich Euch
Bischof Antonio Bonifacio Reimann
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