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Lieber P. Basili!

Danke für die Anteilnahme. Für mich war das Berufen der Luzi in die Ewigkeit, ein Zeichen der Vorsehung Gottes.

Auf dem Weg nach San Antonio hat Luzie ihren langjährigen Freund P. Josef Schicker besucht. Er erzählte mir, dass sie sich unter anderem über den Tod unterhalten haben. P. Josef hat ihr ein Stück aus seinem Testament vorgelesen: "Wenn ich in Bolivien sterben sollte, da möchte ich in San Antonio beerdigt werden." Mit einer fröhlichen Stimme sagte Luzie, dies ist auch mein Wunsch.

Während des Besuchs in Concepcion hat sie mir gesagt, dass sie noch einmal für eine längere Zeit nach San Antonio kommen möchte, um den Menschen näher zu sein und ihnen noch mehr helfen zu können. Schon die ganze Zeit hat sie mit der Caritas Tirol unterschiedliche Projekte in San Antonio durchgeführt. Durch ihr Engagement konnten einige Tiefbrunnen gebaut werden. Durch ihre Initiative ist auch die Organisation Puente (die Brücke) entstanden. Ich bin froh, dass ich für Sie noch etwas Zeit gefunden habe und glaube fest daran, dass sie heute im unserem ewigem Heim weilt und sich dort für uns einsetzt.

Auf dem Weg nach San Antonio hat sie festgestellt, dass sie mit dem Auto nicht über die Brücke fahren kann und hat sich entschlossen, gemeinsam mit einem 13-jährigen, den Fluss Sapocó zu Fuß zu überqueren. Die Strömung war jedoch so stark, dass sie beide mitgerissen worden sind. Der Junge konnte sich an einem Ast festhalten und wurde gerettet, Luzie dagegen ist in den Fluten ertrunken.

(...)

Ich möchte noch hinzufügen, dass z. Zt. in Los Troncos, in der Nähe von El Fortin, in einem Zeltlager über 2000 Menschen, deren Dörfer vom Rio Grande überflutet worden, leben. Die ganze Gemeinde El Carmen steht unter Wasser, nur die neue Kirche, die auf einem kleinen Hügel gebaut worden ist, ist verschont geblieben. Sie dient jetzt als Lager für Alles, was die Menschen retten konnten. In Los Troncos kümmert sich unter anderem die Caritas um die Betroffenen. Wir rechnen damit, dass es noch mindestens 3 Monate dauern wird, bis sie in ihre Dörfer zurückkehren können. Für die Schwerstbetroffenen werden dann, wie auch schon in El Fortin, mit Blech gedeckte Holzhäuser errichtet.

Danke auch für alle Spenden, die wir für unsere Technische Schule in Concepción bekommen haben. Demnächst werde ich versuchen, mehr Informationen über dieses Projekt an Euch zu schicken.

Zum Schluss möchte ich meine Freude über die Rückkehr vom P. Norberto ausdrücken. Nach seinem Sabbatjahr wird er in Concepción den Pastoralendienst übernehmen und zusammen mit Bruder Marek in der Kurie mitarbeiten.

Grüß Gott und wünsche uns Allen Beharrlichkeit auf unserem Kreuzweg, der uns zur Auferstehung führt.

Bischof Antonio Bonifacio Reimann, OFM





Missionsarbeit der Franziskaner aus der St. Hedwig-Provinz
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Last modification: 14 Mai 2008
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