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Santa Cruz - I Advent 2006

Es fällt mir schwer, nach einer 4-monatigen Pause wieder zu schreiben. Aus verschiedenen Gründen habe ich überlegt, das Schreiben sein zu lassen, oder alles nur für mich zu dokumentieren, aber ich konnte doch nicht die Finger von der Tastatur lassen. Am Sonntag habe ich doch schon ein großes Verlangen nach Ruhe, Entspannung, Gebet und Nähe zu Euch /Ihnen gespürt.

Am letzten Freitag habe ich in Begleitung von Bruder Marek auf dem Flughafen in München den Flieger nach Madrid betreten, von dort sind wir über Sao Paulo nach Santa Cruz geflogen. Nach 30-stündiger Reise haben uns auf dem Flughafen P. Martin, Bruder Felix und 34°C erwartet. Trotz mehrmaligem Flugzeugwechsel und fast immer ausgebuchten Plätzen hatten wir neben uns immer einen Platz frei. Vielleicht war das Zufall... für mich hatte das aber etwas mehr Bedeutung - immer fehlte mir dort die Person, die mit uns nach Bolivien reisen sollte. Leider konnte sie uns nur bis zum Flughafen begleiten - es war ein schwerer Abschied. Es ist nicht immer einfach, manche Entscheidungen zu verstehen...!!!

Nun ist der Urlaub Vergangenheit. Er war teilweise sehr intensiv. Vor allem die erste Hälfte, in der ich Bischof Antonio begleitet habe. Wir haben diverse Institutionen, Gemeinden und Klöster besucht. Haben uns mit Menschen, die unsere Arbeit besonnen sind getroffen. Und das alles in Deutschland, Polen, Österreich, Italien und Litauen. Es ist schwer, jeden Einzelnen hier zu erwähnen, aber in unseren Herzen ist Euch/Ihnen unsere Dankbarkeit sicher. Allen zusammen und jeden Einzeln möchte ich hier noch mal ein herzliches Vergelts Gott aussprechen!!!

Danach hatte ich meinen privaten Urlaub. Vorgenommen habe ich mir viel, wollte Alle besuchen, aber wie das so ist, man nimmt sich mehr vor, als zu schaffen ist. So konnte ich nicht alle besuchen. Die großen Entfernungen und der Zeitmangel sind einzig und allein die Ursache für die nicht realisierten Besuche. Dazu kommt es auch, dass mir zwischendurch bewusst geworden ist, dass ich auch etwas Ruhe und Entspannung brauche, um Kräfte für die weitere Arbeit zu tanken. Deshalb habe ich auch für einige Tage „abgeschaltet“, bin ans Meer gefahren wo ich Exerzitien und Entspannung verbinden konnte. Dort habe ich viel gebetet, gelesen, etwas Gartenarbeit verrichtet und die Gegend erkundet. Ich danke den Mitbrüdern, die mir dieses ermöglicht haben. Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal alle besuchen kann, die ich diesmal vernachlässig habe. Allen, die mir entgegengekommen sind, allen Freunden, Mitbrüdern und meiner Familie sage ich Danke und versichere Euch, dass ich in meinen Gebeten oft an euch denke.

Ich war gespannt, was mich nach der Rückkehr in Bolivien erwartet. Vor allem im Konvent, wo, schon vor meiner Abreise Umbaumaßnahmen angefangen haben. Unsere kleine Kapelle hat sich zu einer Kirche gemausert. Zwar sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen, aber die Gottesdienste werden schon darin gefeiert, dazu gibt es jetzt auch einen Gemeindesaal. Auch einige Zimmer sind schon renoviert worden. U.a. ist ein Krankenzimmer, mit allen nötigen Einrichtungen, entstanden. Die Renovierungen gehen weiter und auch mein Büro wird sich bald an einem neuen Ort befinden.

Wie schon gesagt bin ich am vergangenem Samstag nach Bolivien gekommen.

Noch nicht wirklich ausgeschlafen und akklimatisiert musste ich am Sonntag morgen wieder zum Flughafen. Der Grund? - Drei Priester aus der Diözese Tarnow sind gekommen, um in unserem Vikariat zu arbeiten. P.P. Paul, Marius und Kasimir sind voller Elan angekommen. Ich wünsche ihnen einen guten Start in die Arbeit und schnelle Akklimatisierung hier bei uns in Bolivien.

Es ging bei mir dann im Eiltempo weiter. Schon am Dienstag musste ich nach Cochabamba. Ich wurde vom meinem Guardian und den Neuankömmling Bruder Marek begleitet. Für Br. Marek konnte schon den Kloster in Cochabamba und alle dort lebend Brüder kennen lernen. Ab den 15. Januar wird er dort einen Spanischkurs besuchen. Da er schon Vorkenntnisse in diese Sprache hat, fand er sich, in der Zeit in der wir in Sitzungen waren, gut zu Recht. Zusammen haben wir auch P. Cesar besucht, der uns, wie immer, herzlichst bewirtet hat. In Cochabamba ist auch z.Zt. P. Sigismund der sich nach einen schweren Krankheit noch erholt und noch einige Rehabilitationsmaßnahmen über sich ergehen lassen muss. Paar Geschenke aus der Heimat und unsere Besuch haben ihn wieder etwas aufgemuntert. Auch sein Bruder P. Felix und der Bischof Antonio waren in dieser Woche in Cochabamba. Zusammen sind wir dann am Donnerstag nach Santa Cruz geflogen und dort haben wir erfahren, dass für Freitag ein Generalstreik und Straßenblockaden geplant waren. Schnell habe ich also unsere neuen Mitarbeiter und deren Gepäck ins Auto gepackt und bin mit ihnen nach El Fortin gefahren. Kurze Pause und zurück. Spät in der Nacht bin ich in Santa Cruz angekommen und halb tot ins Bett gefallen. Erst jetzt am Ende der Woche habe ich alles ausgepackt, mein Zimmer geputzt und fange an, alles zu sortieren. Heute kann ich sagen - endlich angekommen!

Das waren die ersten Eindrücke und Neuigkeiten aus Bolivien. Noch mal ein herzliches Dank und liebe Grüße an Alle - Tarsycio OFM





Missionsarbeit der Franziskaner aus der St. Hedwig-Provinz
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Last modification: 14 Mai 2008
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