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Santa Cruz, 10.04.06

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde in Datteln und in Ahsen!

Seit schon fast drei Monaten kämpfen wir in El Fortin mit dem Hochwasser des Rio Grande. Ende März hatten wir schon die Hoffnung, dass sich das Wasser zurück ziehen wird. Es war schon möglich trockenem Fuße durch das Dorf zu gehen und wir haben gehofft, dass wir die Feiertage im Dorf verbringen können. Leider hat es dann wieder geregnet und das Wasser steht schon wieder fast kniehoch. Die meisten Häuser im Dorf sind komplett zerstört und auch die Gebäude unserer Missionsstation und die Kirche weisen schon Schäden auf. Der Putz bröckelt ab, die Wände haben schon Risse und wir haben Sorge, dass sich die Lehmziegel anfangen aufzulösen. El Fortin wird immer gespenstischer. Oft fragen wir uns, wie lange wird das noch so gehen und ob es überhaupt noch anders sein wird. Werden wir jemals wieder die Glocken läuten hören? Normalerweise regnet es im April nur noch ganz wenig oder gar nicht, aber in diesem Jahr ist es anders und das Wasser wird und wird nicht weniger.

Das Leben in dem Zeltlager ermüdet Alle. Es gibt keine Arbeit und keine Beschäftigung. Außer Reis oder Nudeln mit einen dünnen Soße gibt es selten etwas anderes zum Essen. Die Menschen sind gewohnt viel Platz um sich zu haben, das normale Leben spielt sich vorwiegend Draußen ab und jetzt müssen sie in den eng zusammengestellten Zelten bei Temperaturen über 30°C und Luftfeuchtigkeit um die 80% ausharren.

Ich selber verbringe viel Zeit im Dorf. Versuche zu reinigen was schon trocken geworden ist, "stopfe" undichte Stellen usw. Es muss immer jemand präsent sein, weil es, wie überall auf der Welt, immer wieder Menschen gibt die versuchen sich am Leid der anderen zu bereichen. Schon einige Male musste ich Eindringlinge, die sich auf Booten dem Dorf näherten, verjagen. Aber auch ich bin sehr müde und freue mich schon auf die Feiertage, die ich bei P. Benedict in Ascensión verbringen werde. Für mich und meine zwei Hunde koche ich täglich ein Süppchen und so verharre ich auf meiner einsamen Insel.

Das Erreichen des Dorfes wird immer problematischer. Die Hauptstraße im Dorf ist schon so aufgeweicht, dass nicht mal Tracktoren sie passieren können und die Zufahrtsstraße kann nur noch ohne Anhänger befahren werden. Am Sonntag habe ich über zwei Stunden gebraucht, um nach Los Troncos zu kommen. Zuerst musste ich, samt Gepäck, bis zur Zufahrtsstraße zu Fuß gehen. Dort konnte ich auf ein Traktor klettern. Es ist aber nötig, dass eine Person vor dem Fahrzeug geht und mit einem Stock die Straße nach möglichen Löchern durchsucht. Es ist sehr mühsam, aber was sollen wir tun. Wir Alle hoffen auf ein baldigen Neuanfang.

Wie ich schon berichtet habe, konnte ich bei meinem letzten Aufenthalt in Santa Cruz von Ihre Spende einen Großeinkauf machen. Am 24.03. haben wir dann alles auf ein LKW verladen und sind nach Los Troncos gefahren. Dort haben die Zeltlagerbewohner schon einen Planendach, dass uns beim Austeilen vor der Sonne schützte, aufgestellt. Mit vereinten Kräften haben wir alles zügig austeilen können. Die Freude und die Dankbarkeit der Menschen sind sehr groß. Auch ich möchte Ihnen und Euch herzlich für alles Danken!

Die Fastenzeit geht zu Ende und bald werden wir wieder das größte Fest der Christenheit feiern. Wenn Christus nur auf dem Kreuz gestorben wäre, hätten auch wir keine Hoffnung auf die Wiederauferstehung gehabt. Aber durch seine Auferstehung hat ER uns den Weg zum ewigem Leben bereitet. Dies gibt uns Hoffnung in diesen schweren Zeiten, mir und den Bewohner aus El Fortin, Mut zum Weitermachen. Wir sind zuversichtlich, dass Gott uns nicht verlassen hat. Wir sind Ihm nicht egal und wir glauben fest daran, dass es bald wieder besser sein wird und wir sind, wie damals Christus, bereit seinen Willen zu erfüllen.

Mögen die Osterfeiertage für uns Alle zu Tagen der Hoffnung und der Aussicht auf bessere Zukunft werden. Ich wünsche uns Allen, dass wir in diesen Tagen der Pascha Gelegenheit zum Nachdenken über den Tod, das Leben und die Pläne Gottes finden und dabei die Hoffnung nicht aus den Augen verlieren werden.

Noch einmal vielen Dank für Ihre und Eure große Unterstützung. Mit dieser Spende haben Sie viel Hoffnung auf das Gute im Menschen in den Betroffenen geweckt.

Frohe und gesegnete Ostern!

In Dankbarkeit - Br. Felix Skrzypacz OFM





Missionsarbeit der Franziskaner aus der St. Hedwig-Provinz
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Last modification: 18 November 2008
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