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Pascha - eine historische Verwirklichung
Aktualität der Paschaereignisse
Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie es möglich ist, dass sich die Ereignisse von vor Tausenden von Jahren immer wieder verwirklichen. Die klassische Antwort ist mit der Einmaligkeit der Pascha Jesus und ihrem prophetischen Mal verbunden.
Weil die Ereignisse von damals sich mit der Existenz und der Anwesenheit Christus unter uns identifizieren, werden sie Jahr für Jahr zu Realität. Christus wird auf besondere Art mit Pascha identifiziert. Er hat sich selbst Gott und der Menschheit geopfert. Daher werden sein Tod und seine Auferstehung für immer lebendig und aktuell bleiben.
"Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt. 28,20)
Treu dem christlichen Glauben, sind wir davon überzeugt, dass Christus in der Gestalt des Brotes und Weines wirklich bei uns ist.
"Deswegen verlangt der Glaube von uns, vor der Eucharistie zu stehen im Bewußtsein, vor Christus selbst zu stehen. Gerade seine Gegenwart verleiht den übrigen Dimensionen - des Gastmahls, des Pascha-Gedächtnisses, der eschatologischen Vorausnahme - eine Bedeutung, die weit über einen reinen Symbolismus hinausgeht. Die Eucharistie ist das Geheimnis der Gegenwart, durch das sich die Verheißung Christi, immer bei uns zu sein bis- ans Ende der Welt, auf höchste Weise verwirklicht." (Mane nobiscum Domine, 16)
Der Jesuit P. J. Aldazabala sagt: "Es gibt eine besondere Dimension der Anwesenheit Gottes in der Welt - die kirchliche. Jesus hat sich den Qualen gegeben und ist als "Kopf" der neuen Menschheit auferstanden. Das dort initiierte Erlösungswerk entwickelt sich in den "Gliedern" - der Kirche - also uns selber weiter. Diese Entwicklung ermöglicht der Heilige Geist, der zuerst Christus und später uns alle vom Tod zum Leben erwacht."
Die hier präsentierte Anwesenheit Gottes in der Kirche möchte ich mit einigen Erfahrungen belegen :
1. Hochwasser
Wie könnten wir die Anwesenheit Christi nicht in den Schwestern und Brüdern, die in diesem Jahr von der Hochwasserkatastrophe heimgesucht worden sind, erkennen. Er ist bei seinem Volk und hört seine Klagen und Gebete an. Besonders in der Eucharistie, wenn er es von seinem Fleisch und Blut speisen lässt, gibt er ihnen Kraft zum weitermachen. Wie könnten wir Jesus nicht in den vielen Institutionen und Privatpersonen, die in seinem Namen Solidarität mit den Betroffenen zeigen, sehen. Wie könnten wir die Gegenwart Gottes nicht in der Bindung zwischen den Hirten (Priestern und Ordensleuten) und dem Volk erkennen. Durch einen Hauch des Geistes hat sich diese Solidargemeinschaft gebildet. (Weitere Infos im Mensajero 2006)
2. Pastoralsynode
Ein anderes, wichtiges und sichtbares Zeichen der Pascha ist die, vor kurzem in unserem Vikariat und in den einzelnen Regionen realisierte, Pastoralsynode. Der Enthusiasmus der Teilnehmer hat uns mit viel Freude erfüllt. In den Regionen wurden die wichtigsten Ziele und Methoden der Realisierung für das Jahr 2006 festgelegt. Z. Zt. werden in den einzelnen Gemeinden die Ideen der Synode realisiert und mit Leben gefüllt.
Die Regionalvikare und die Räte haben eine wichtige Rolle zu erfüllen. Das Aktivieren jeder, noch so kleinen, Einheit in der Gemeinde und in der Region soll von ihnen angestrebt werden.
Vor Eröffnung der Synode und vor jeder Regionalsitzung haben wir um eine um eine fruchtbare Arbeit gebeten. Jetzt steht das Beleben der Entscheidungen im Mittelpunkt unserer Gebete.
Mitte des Jahres werden die ersten Berichtserstattungen der Regionalvikare erwartet.
3. Entwicklung der neuen Verfassung
Den auferstandenen Christus möchten wir aber in allen Gebieten des Lebens finden, so sehe ich Ihn auch in den heutigen Diskussionen und Vorbereitungen zum Verfassungsreferendum. Am 21. März haben wir das Schreiben des bolivianischen Episkopats unter dem Titel: "Wir bauen Bolivien für Alle" erhalten. Zu diesem so wichtigem Prozess in unserem Land senden die Bischöfe Boliviens folgenden Appell: "Wie die Geschichte zeigt, hat die katholische Kirche schon immer die humanistischen und sozialen Werte, durch das Evangelium und die Soziallehre der Kirche, unterstützt und gefördert. Werte wie Liebe, Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden sind Wegweiser auf dem Lebensweg der Christen. Die Existenz des Volkes soll auf der soliden Basies dieser Werte gestellt werden."
4. V. Generalversammlung des Episkopats für Lateinamerika
Mein Glaube an das Dasein Christus unter uns erkenne ich auch in den Vorbereitungen für die V. Generalversammlung des lateinamerikanischen Episkopats, die in nächstem Jahr in Brasilien stattfinden wird. In dieser Zeit will die lateinamerikanische Kirche das Bewusstsein für das Gefühl, Christi Jünger zu sein, in den Gläubigen wecken und so immer mehr das Leben in Ihm und mit Ihm zu finden.
Zum Schluss möchte ich meine Anerkennung allen Schwestern und Brüdern aussprechen, die in der Lage sind, Gott in seinen Worten zu finden und ihn am Brotbrechen zu erkennen. Er ist unser Leben und unsere Auferstehung. Er ist der Gott, der immer und überall mit uns ist.
Liebe Missionsfreunde!
In diesen Tagen haben wir für unsere Hochwasseropfer viele großzügige Spenden aus Polen, Deutschland, Österreich und Litauen erhalten. Ich danke euch Allen ganz herzlich für diese Zeichen der Nähe und Solidarität mit uns und unseren Schwestern und Brüdern, die aufgrund des Hochwassers leiden müssen. Es regnet immer noch und in El Fortin ist das Wasser wieder gestiegen und hat so auch das Missionsgelände erreicht. Es wird sicherlich noch viel Zeit vergehen, bis dass Leben einigermaßen normal verlaufen kann. Z. Zt. ist noch viel Hilfe nötig, vor allem beim Einkauf der Grundnahrungsmittel für die Betroffenen. Noch einmal ein herzliches Gott Vergelts, jedem einzelnen und Allen zusammen für Eure Hilfe und Solidarität.
Im Namen von unseren Schwestern und Brüdern und vor allem von: P. Felix, Br. Felix, P. Martin, P. Sigismund, P. Athanasius, Br. Tarsycius und in meinem Namen vielen Dank und die besten Osterwünsche
Bischof Antonio Bonifacio Reimann OFM
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