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Santa Cruz 05.03.06
Die ersten Märztage waren nicht allzu heiß hier in Santa Cruz . Die Sonne fand nur selten eine Lücke zwischen den Wolken. Dann und wann hat es geregnet und ein Sturm hat wieder einen Baum in unserem Klostergarten umgeknickt. Na ja aber die Temperaturen sind wenigstens angenehm und wir hoffen, dass der Sommer langsam zu Ende geht. Die Unterschiede zwischen den Längen der Tage sind bei uns nicht so gravierend wie in Europa (ca.1,5 St.), aber trotzdem ist es noch dunkel, wenn ich aufstehe. Ab April werden dann wieder regelmäßig Winde aus dem Süden, die Sur heißen, zu uns kommen und kalte Luft mit sich bringen. Jedoch selten fällt die Temperatur unter 10°C. Für die Einheimischen ist dass dann ein richtiger Winter, aber wovon rede ich denn? Ihr habt in diesem Jahr ja genug von der Kälte und vom Schnee. Hoffentlich taut dass nicht allzu schnell damit es keine Überschwemmungen gibt.
Die Kraft des Wassers haben wir im Vikariat in diesem Jahr zu spüren bekommen. In den vorherigen Briefen habe ich schon etwas darüber geschrieben mehr darüber könnt ihr im Brief vom Bruder Felix erfahren. Leider hat sich die Situation bis heute nicht verbessert und wir müssen uns noch einige Wochen gedulden. Erst wenn die Regenszeit vorbei sein wird, kann festgestellt werden ob der Rio Grande sich aus den überschwemmten Orten zurück ziehen wird. Erst dann werden konkrete Entscheidungen getroffen. Bis es soweit ist, müssen einige Tausende Menschen in Zeltlagern ausharren, wo sie mit dem nötigsten, nicht zuletzt dank den Hilfen, die wir von Euch Allen bekommen haben, versorgt werden. Hier möchte ich mich bei Allen für die materielle und geistliche Unterstützung bedanken.
Ganz anders sieht das Leben hier in der Stadt aus. Sie wächst ununterbrochen. Ausländische Firmen auf der Suche nach neuen Märkten siedeln sich an und deren moderne Gebäude verändern immer mehr das Stadtbild. Getrieben von der Hoffnung auf Arbeit und besseres Leben kommen täglich Menschen vom Land in die Stadt und siedeln sich in den Armenvierteln am Rande der Stadt an. Egal ob arm oder reich, alle feiern sehr gern und bis heute sind die Klänge des Karnevals nicht verstummt. Da in den letzten Tagen Karnevals hier kein Mensch so wirklich arbeitet, haben auch unsere Mitarbeiter frei gehabt. Die Prokura war geschlossen und so konnte ich das Liegengebliebene aufarbeiten und auch etwas ausruhen. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Allen, die an meinem Geburtstag an mich gedacht haben, bedanken. Danke Euch für Alles!!!!!!!!
Abgesehen von der Katastrophe, die uns im Vikariat getroffen hat, muss das Leben weiter gehen. Letzte Woche fand in Concepcion unter der Leitung vom Bischof Antonio Reimann die jährliche pastorale Versammlung statt. Die Verantwortlichen für die Gemeindearbeit im Vikariat haben Ihre Arbeit koordiniert und gemeinsame Aktivitäten geplant. Auch unser neuer Pastor legt auf gute Organisation und Koordination in der 100.000 Seelengemeinde Wert.
Was noch...? Heute fliegt Herr Dr. Helerhorst aus Trier zurück nach Deutschland. Seit über 20. Jahren opfert er 3-4 Wochen seines Urlaubs, um hier in Bolivien kostenlos augenärztliche Behandlungen und Operationen durchzuführen. Während seines Aufenthaltes in Santa Cruz wohnt er in unserem Konvent. Jeden Tag, nach dem Frühstück fährt er ins Krankenhaus und kommt spät abends wieder. Viele Menschen hier bewundern Ihn und sind ihm sehr dankbar. Jahr für Jahr warten viele Menschen auf Ihn und seiner selbstlosen Aufopferung. Trotz vieler Verpflichtungen in Deutschland hat er sich, so Gott will, schon für das nächste Jahr angemeldet.
Für heute ist das Alles... Grüße Alle herzlich und wünsche eine besinnliche Fastenzeit.
Tarsicio Josef Lamik OFM
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