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Santa Cruz, 31.01.2006
Liebe Missionsfreunde!
Viele von Ihnen/Euch wundern sich bestimmt über meinen Brief mitten in der Woche. Die Ereignisse in El Fortin, von dem ich am Sonntag berichtet habe, spitzen sich aber dramatisch zu. Da dieser Brief auch einige Menschen erreicht, die nicht immer meine sonntägliche Post lesen, erzähle ich jetzt noch einmal der Reihe nach:
Am Donnerstag vergangener Woche hat sich die Lagune, die am Rande von El Fortin liegt, und seit 5 Jahren ausgetrocknet war, mit Wasser gefüllt. Zu dem Zeitpunkt war es aber noch keine besorgniserregendes Ereignis. Der Rio Grande fließt in ca. 40 km Entfernung vorbei und in der Geschichte von El Fortin (es sind mehr als 50 Jahre) gab es noch nie einer Überschwemmung. Alle fühlten sich im Dorf sicher. Doch die Natur hat sich jedoch wieder einmal stärker gezeigt. Das Wasser stieg am Samstag weiter und eroberte Stück für Stück, Haus für Haus das Dorf.
In diesem Jahr führt das Rio Grande besonders viel Wasser und die Regenfälle in den Bergen machen wenig Hoffnung auf baldige Entspannung der Situation. Auch in Pailas, wo die einzige Brücke über den Fluss steht, ist die Situation sehr angespannt. Dort ragt das Wasser schon fast zur Fahrbahn hinauf, so das es zu befürchten ist, dass die Brücke nicht mehr passierbar sein wird.
Aber zurück zu El Fortin. Mittlerweile ist das ganze Dorf evakuiert und auf dem Landweg nicht mehr zu erreichen. Die meisten Menschen sind zu Fuß geflüchtet und konnten kaum etwas von ihren Habseligkeiten mitnehmen. Auch nicht das ganze Vieh konnte sich retten. Es ist schwer abzuschätzen, wann und ob sich das Wasser wieder zurückziehen wird. Vor einigen Jahren blieb der Rio Grande in El Carmen und das Dorf musste komplett neu gebaut werden. Wir alle hoffen, dass es hier nicht so sein wird und dass die Bewohner bald wieder in ihre Häuser und die Missionsstation zurückkehren können. Abgesehen davon, wie lange sich das Wasser halten wird, ist es sicher, dass die Holz- und Lehmhäuser nicht mehr zu retten sein werden - und es sind viele.
Pater Felix Skrzydlo und Bruder Felix Skrzypacz, sowie die Ordensschwestern aus dem Krankenhaus haben in 40 km entfernten San Julian Unterschlupf gefunden. Verbringen tun sie aber die Tage mit der Bevölkerung, wo sie die Hilfen leiten und koordinieren. Die Caritas und das Vikariat organisieren Hilfen, nur leider sind deren Mittel sehr begrenzt. Bischof Antonio ist am Sonntag nach El Fortin gefahren, um sich vor Ort einen Bild zu machen. Er ist erst gestern nach Santa Cruz zurückgekommen, um das nötigste einzukaufen und um Hilfen bei vielen Institutionen zu bitten. Besonders bemerkenswert ist die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen aus den nicht betroffenen Dörfern. Was sie besitzen und das ist meistens sehr wenig, wird mit den Betroffenen geteilt. Trotz aller Bemühungen leben z.Zt. fast zweitausend Menschen unter freiem Himmel und wissen nicht, was die nächsten Tage und Wochen mit sich bringen.
Dadurch, dass die Straßen in El Fortin unpassierbar sind, können auch El Carmen, El Plato und einige kleinere Ortschaften auch nicht mehr erreicht werden. Einige tausend Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten und leben mit der Angst, dass auch sie von den Fluten erreicht werden. Mit den dort arbeitenden Schwestern stehen wir mehrmals täglich per Funk in Kontakt und wissen, dass dort bis jetzt die Lage stabil ist.
Ein wenig Glück hatten wir bis jetzt. Es gab bis zum heutigen Tag nur ein Todesopfer. Ein 17-järiger wurde von einem Sog erfasst und ertrank vor Augen derer, die ihn retten wollten.
Wie sie sehen, brauchen wir Hilfe und Unterstützung, in welcher Form auch immer. Ihre Gebete sind genau so wichtig, wie ihre finanzielle Unterstützung, ohne die wir hier nichts tun können. Die eigenen Mittel der Caritas und des Vikariats reichen bei Weitem nicht aus, um die Folgen einer solchen Katastrophe zu bewältigen. Daher bitte ich Sie: Helfen Sie uns zu Helfen!
Weitere Informationen erhalten sie
1.In Polen
O¶rodek Pomocy Misjom Franciszkañskim Prowincji ¶w. Jadwigi
ul. Klasztorna 6
47-154 Góra ¶w.. Anny
tel.: (0-77) 463-09-26
fax: (0-77) 463-09-27
tel. kom.: 0604 428 369
e-mail: osrmis@poczta.onet.pl
Ofiary mo¿na przesy³aæ na nastêpuj±cy numer konta:
Referat Misyjny OO. Franciszkanów
47-154 Góra ¶w. Anny ul. Klasztorna 6
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Liga Bank München:
Konto Nr.: 2212218 BLZ:750 903 00
Verwendungszweck: Hochwasser - El Fortín
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im Pfarrbüro St. Amandus Datteln
Kirchstr. 25
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Schon jetzt möchte ich mich bei Allen, die uns in diesen schweren Stunden unterstützen, herzlichst bedanken -
Tarcisio Josef Lamik OFM
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